Vielfalt und Integration

9. Juni 2020
2/2020
Das Corona-Virus hat uns fest im Griff. Die Krise bietet auch Gelegenheit, sich auf die Werte und Qualitäten der Schweiz zurückzubesinnen. Im letzten Heft ging es um das Milizsystem, in diesem Heft um unsere Kultur- und Sprachenvielfalt. Beiden Qualitäten eigen ist die Fähigkeit, das Verbindende über das Trennende zu stellen, sich zusammenzuraufen und die Vielfalt als Ressource zu sehen.
Die Schweiz schaffe es immer wieder, gegensätzliche politische Meinungen einer offenen Diskussion zuzuführen, um im Sinne der Konkordanz und der Kompromissbereitschaft eine nachhaltige Lösung zum Wohle aller zu finden. Das war die Meinung der Persönlichkeiten, die wir anlässlich unseres 125-Jahre-Jubiläums zu typisch schweizerischen Führungsqualitäten befragt hatten. 
Der interkulturelle Dialog wird damit als integraler Bestandteil, der Schweizer DNA verstanden. An dieser Stelle sei nun aber die Frage erlaubt, wie viel von dieser Kultur der Offenheit tatsächlich noch vorhanden ist. Dabei ist kulturelle Vielfalt für die Gesellschaft ebenso wichtig wie die Biodiversität für die Natur: Sie ist Voraussetzung für eine soziale, nachhaltige Entwicklung und für demokratische Prozesse. Für die Zukunft der Schweiz und ihrer Wirtschaft braucht es beides – kulturelle Vielfalt und Integration. 
Romands, Deutschschweizerinnen und ein Tessiner tragen auch zur Vielfalt in der SKO-Verbandsleitung bei. Thomas Weibel ist als Verbandspräsident dafür verantwortlich, die teilweise unterschiedlichen Interessen zusammenzuführen. Er hat in den letzten neun Jahren nicht nur Sitzungen und Versammlungen effizient geleitet, sondern auch den Verband in einer herausfordernden Zeit heil um diverse Klippen herum manövriert. Unter seiner Leitung entwickelte die SKO neue Dienstleistungen; die «Plattform» für kompromissfähige Politik mit Partnerverbänden ist entstanden, und der Neubau der Liegenschaft Hotzestrasse wurde vollendet. Dieses Jahr erfolgte der Startschuss für eine neue Mitgliederplattform, die Anfang 2021 online gehen wird. Thomas Weibel hat sich entschieden, nach neun Jahren an der Spitze der SKO an der Delegiertenversammlung 2020 zurückzutreten. Für seinen Einsatz und seine umsichtige Führungsarbeit bedanke ich mich herzlich, und ich wünsche ihm für die Zukunft alles Gute!  
Lesen Sie sein letztes Wort hier.
Viel Vergnügen!