Psychedelika und Pragmatik

23. November 2020
4/2020
Psychische Erkrankungen sind häufig. Psychoaktive Substanzen wie Psilocybin, Ketamine, Amphetamine und nun LSD werden als mögliche Behandlungen wiederentdeckt. Erste Ergebnisse weisen nach nur wenigen Anwendungen auf eine anhaltende positive Wirkung hin.
Die Schweiz ist bei dieser innovativen Forschung pragmatisch und an vorderster Front dabei. Sie hat viel Erfahrung in der Erforschung der Substanzen und ist jeweils führend und von Beginn an sehr aktiv gewesen. Dank umsichtiger Regulierung und erfüllbarer Auflagen wurde die Forschung mit den Substanzen hierzulande früher möglich als in anderen Ländern. Zudem besteht viel Know-how im Bereich der Medikamentenentwicklung. Schliesslich braucht es umfassende Geldmittel, um im heutigen stark regulierten Umfeld Humanforschung erfolgreich zu betreiben.
Dank der Pragmatik, dem Know-how und dem verfügbaren Geld ist in der Schweiz eine effektive Forschung möglich. Und es ist wahrscheinlich, dass die Schweiz in den nächsten Jahren im Bereich der Erforschung neuer Behandlungsansätze mit Psychedelika weltweit eine Führungsrolle einnehmen kann.
Auch in anderen Ländern sind Bestrebungen im Gange, diese Forschung zu unterstützen, global sind entsprechende Aktivitäten stark zunehmend. Während grössere Studien in den USA und international durchgeführt werden, eignet sich die Schweiz besonders für die Entwicklung neuer Ansätze und kleiner Studien.
  • Prof. Dr.  Matthias Liechti
    Stv. Chefarzt Klinische Pharmakologie und Toxikologie / Leiter Forschungsgruppe Psychopharmakologie
    Universitätsspital Basel