Gegenüberstellung

4. März 2021
1/2021

01. Welche Veränderung sehen Sie durch die Pandemie im Arbeitsmarkt?

02. Brauchen Arbeitnehmer mehr Schutz oder mehr Freiheit?

03. Müssen wir alle Unternehmerin/Unternehmer werden?

01.

Die Pandemie hat folgenden Einfluss auf den Arbeitsmarkt: Die bereits bestehenden Trends zu mehr Dynamik und Flexibilität verstärken sich. Chancen und Risiken starker Dynamik und hoher Flexibilität am Arbeitsmarkt werden deutlicher sichtbar. Das schafft die Grundlage für Weiterentwicklung und Wachstum.

02.

Die Arbeitnehmer brauchen sowohl Schutz als auch Freiheit. Aber nicht einfach mehr von beidem, sondern ein gut austariertes Gleichgewicht zwischen Schutz und Freiheit. Dazu braucht es einen Refresh des arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Rahmens.

03. 

Die Erwerbsbiografien werden heterogener. Unternehmertum, Anstellung und Zwischenformen wechseln sich ab. Wir müssen uns nicht auf eine Erwerbsform spezialisieren, sondern offener und flexibler werden.
Myra Fischer-Rosinger swissstaffing Myra Fischer ist Direktorin des Arbeitgeberverbands der Personaldienstleister der Schweiz  

01. 

Die Pandemie hat gezeigt, wie wichtig Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ist. Und wie wenig dafür in der Schweiz gemacht wurde. Welche Firma hatte zum Beispiel einen Pandemieplan aufgestellt, obwohl das vom Bund so verlangt worden war?

02. 

Mehr Schutz für die Arbeitnehmer bedeutet auch mehr Freiheit. Das beste Beispiel dafür ist das Homeoffice: Die Arbeit aus den eigenen vier Wänden muss freiwillig sein, der Arbeitgeber muss die Kosten übernehmen, die dabei anfallen.

03. 

Das wäre der Traum gewisser Kreise: Alle werden Unternehmer, die Arbeitnehmenden tragen das Unternehmensrisiko, und ein paar ganz wenige werden reich. So eine «YouTube-Gig-Economy» wäre ein Albtraum und würde bald in sich zusammenbrechen.
Luca Cirigliano Schweizerischer Gewerkschaftsbund Luca Cirigliano ist Zentralsekretär für die Dossiers Arbeitsrecht, Arbeitssicherheit, Internationales 
Anzeige