Dank Innovation und Agilität gestärkt aus der Krise

4. Juni 2021
2/2020

Der Impact Hub Bern, direkt zwischen Bahnhof und Bundeshaus gelegen, ist ein Ort für wertebasiertes Unternehmertum, Kollaboration und Inspiration. Er ist Teil der grössten wertebasierten Macher*innen-Community der Schweiz, die KMU, Solopreneurs, Grossfirmen und Start-ups gleichermassen an einen Tisch bringt.

Noora und Frederike: 2020 muss für euch eine grosse Herausforderung gewesen sein!

Frederike Asael: Unser Space, der vor COVID-19 oftmals einem Bienenstock glich, war zeitweise kaum wiederzuerkennen. Unsere rund 300 Members sind uns treu geblieben, wofür wir sehr dankbar sind. Den Einbruch im Tagesgeschäft haben unsere zwei anderen Geschäftsbereiche abgefedert, die Innovationsberatung und die langjährigen Weiterbildungsprogramme. Wir haben im März 2020 beschlossen, die frei werdenden Ressourcen zu bündeln, um eine grosse interne Transformation voranzutreiben. Wir konnten uns so grundlegend erneuern in der Strategie, Transparenz, Kultur und den Rollen. Es war ein sehr herausforderndes Jahr, aber wir sind nun stärker denn je.

Welches Learning zieht ihr aus dem letzten Jahr?

Noora Buser: Organisationen müssen ein klares Verständnis davon haben, für was sie stehen und welche Stärken jede*r Einzelne einbringt. Wenn die Zusammenarbeit stimmt, dann werden die einzelnen Mitarbeitenden und der gesamte Organismus zur Superkraft. Eine offene, transparente Kommunikation und bewusster Umgang mit eigenen mentalen und physischen Ressourcen sind eine Grundlage für echte Agilität, die es braucht, um die Lösungen für Kundenbedürfnisse zu schaffen.

Als Start-up seid ihr besonders agil. Welche Bedürfnisse spürt ihr bei euren Firmenpartnern, nachdem nun die Pandemie schon so lange andauert?

FA: Die meisten Menschen sind nicht dafür gemacht, so lange Zeit im Homeoffice zu arbeiten. Studien zeigen, dass Menschen ihre Motivation zu einem grossen Teil aus den Begegnungen bei der Arbeit ziehen. Jetzt, nach über einem Jahr, ist bei vielen die Luft raus, und die Innovationskraft der Unternehmen nimmt deutlich ab. Das Homeoffice wird bleiben, aber ergänzt durch physische Sitzungen und Workshops. Innovation braucht auch physische Interaktion. Derzeit klopfen wöchentlich Firmen für Unterstützung im Community Building bei uns an. Sie haben erkannt, dass die Teams viel besser sind, wenn sie sich gezielt auch über die persönlichen Themen austauschen. Das geschieht derzeit online und baldmöglichst wohl auch wieder offline.
NB: Das ist nur ein Aspekt der Arbeitswelt 4.0, der nun stärker denn je gewichtet wird. Ebenso zentral ist die mentale Gesundheit und die Nachhaltigkeit, die durch die Krise stärker gewichtet werden. Wir lancieren die Impact Academy, die wir derzeit Hand in Hand mit unserer Community und Partnern in Grossfirmen entwickeln. Pioniere, Intrapreneurs und Unternehmer*innen erleben dort Weiterbildung und einen inspirativen Austausch auf Augenhöhe zu Themen wie Resilienz, System Thinking oder Open Innovation.

Ihr habt letztes Jahr auch einen Bereich für Diversity aufgebaut – was ist das Ziel, und was macht ihr dort?

FA: Wir haben lokale und schweizweite Initiativen, die von Jungunternehmerinnen-Förderung bis C-Level Support rund ums Thema Diversität gehen. SKO-Frauen sollten sich schon mal den Nachmittag des 17. Juni vormerken. Wir werden ein Feuerwerk an Inspiration und Austausch unter ambitionierten Frauen aller Branchen zünden und Gäste wie Doris Leuthard oder Dominique Gisin mit dabei haben.
Die Interviewpartnerinnen sind Managing Partners des Impact Hub Bern und leiten mit ihren zwei Geschäftspartnern ein Team von 15 Mitarbeitenden, das bern- und schweizweit tätig ist. Foto: Svenja Held ist der Name. Noora Buser, PhD in Innovation & Entrepreneurship, leitet den Bereich Innovation Consulting & Programme im Impact Hub Bern. Frederike Asael, MA Environment, Society & Development, leitet den Bereich Communities & Communications.